Dear diary
- Ich bin ein Punkt - Ein kleiner Punkt, kaum wahrnehmbar. Vielleicht ein punktförmiger Schmutzfleck auf deinem Shirt. Ein Punkt in deinem Aufsatz, falsch oder richtig gesetzt.

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Freitag, 18. Mai 2007

Bauchschmerzen, Übelkeit, den Wunsch alles hinauszulassen. Wie viel waren es noch? Eins, zwei? Vier Packungen waren es gewesen. Vier Packungen mussten es sein um mich richtig schön schlecht zu fühlen, zu speien.


Doch beginnen wir zunächst mal. Heute  früh, halb sieben. Duschen. Wer hätte es gedacht , dass ich mich in einer halben Stunde richten und mir die Haare waschen kann?! Ich nicht.
Gestern. Gestern wollt ich doch duschen. Aber es ging nicht...


Es war Donnerstag, der 17. Mai gewesen. Schulfreier Tag nach der Zk: Vatertag. Nicht, dass ich meinem Vater gratuliert geschweige denn etwas geschenkt hätte. Er hat doch 356 Tage im Jahr Zeit sich ein einziges Mal wie "Vater" zu verhalten. Und Muttertag ist ja auch schon vorbei... Naja, ich wurde eh letztes Jahr schon angeschnaut, als ich "Mama2" - sein Spitzname - gratuliert habe. Mama2 ganz einfach aus dem Grund, weil er ihr immer zustimmt - ganz egal was ER denkt und vor allem dass er sich verändert...
was mir mittlerweile schon Sorge bereitet.


Soße aufwärmen in der Mikrowelle. Das machte meine Schwester am Vatertag für uns alle, alle das sind mein Vater, mein Bruder, meine Schwester und ich.
Sie war zu lang drin. Es kochte etwas über. Die Mikrowelle war verdreckt.
Bettina versprach es zu putzen...

"So eine sauerei! Kann man au it aufpassen?!! Da muss man doch danach guggen! Des hätt doch wirklich it sein müssen... Jetzt muss i nochher alles wieder putzen! So eine Sauerei! Des kanns doch it sein, da muss man...."


Blablabla. Es war lächerlich sich derart darüber aufzuregen. So lächerlich, wie es so oft bei meiner Mutter doch gewesen ist, ist und immer sein wird.

Meine Schwester putzte. Sie nahm ihren Teller und verschwand während dem Mittagessen in ihr Zimmer.

"Danke." War das einzige was mein Vater dazu sagte. Und als sie weg war...
"Soll se doch in Stuttgart bleiben! Die braucht gar nicht mehr herkommen!"


Das machte mich sauer. Ich wusste zwar, dass es bei mir genau dasselbe sein wird, dass sobald wenn ich schon ausgezogen bin und wieder zuhause bin, aber nicht mehr in der Anwesenheit meiner Eltern, würd man dasselbe über mich sagen. Nicht ZU mir, nein über. Ich weiß es, es wird so sein. Aber ich will es nicht.

"Es war ja keine Absicht. Das ist was anderes wie wenn ich jetzt den Teller nehm und gegen d' Wand schmeiß - DA kannst mich anschreien! Vor allem wars die Aufregung gar nicht wert, von wegen DU musst es putzen, sie hat von anfang an gesagt, sie macht's - das hat sie. Und bild dir nicht ein, dass sie das nur gemacht hat, WEIL du dich hier so lächerlich aufführst!"

Und als Antwort bekam ich: "Jaja. Passt schon wieder." - Ja genau, Leck mich doch am Arsch!


Abends telefonierte ich. Er war krank. Meinte er fühle sich gut, aber auch komisch und verstünde sich selbst nicht. Manchmal sei er weg, rede was ohne es sich merken zu können, ohne zu wissen, was er sage, als wäre er gar nicht da. "Müll" bezeichnete er es. Anscheinend...

ich kann mich nicht mehr an viel erinnern, aber wenn was prägendes für mich kam und ich ihn darauf aufmerksam machte, kam die Reaktion, er wisse von nix, es war nicht so gemeint, er weiß nicht was er da rede...
Ich fand es seltsam.


"ich mag dich lieber wenn du deine tage hast."


Warum kann ich Gedichte interpretieren? Vergleiche, manche Wörter bringt man mit eigenen Assoziationen in Verbindung. Man sammelt, vergleicht und interpretiert.

Ich mach es auch im wahren Leben so. Oft werden mir dann "negative Gedanken" vorgeworfen. Aber ich mache es nicht von mir aus. Nein. Wenn ich verunsichert werde, etwas nicht verstehe, nachfrage und keine wirkliche Antwort erhalte, dann kann ich es nicht einfach vergessen... Ich fange an zu assoziieren.


Diese Aussage alleine verunsicherte mich nicht. Nein. Ich interprierte es im Kontext, der war, dass ich während den Tagen so schnell wuschig werd. Alles war in Ordnung.
Ich meinte noch, dass ich froh bin wenn sie vorbei sind, denn allein und ständig dauerwuschig zu sein, das Gefühl nie befriedigt zu sein, wenn man doch gerade danach schreit, kann wirklich nerven.

Und dann kam er...
mir gefalle es nicht wuschig zu sein...
wenn wir jeden tag zusammen sind, habe ich keine Lust mehr...

Später verglich er es mit einem alten Ehepaar, das eigentlich nichts mehr miteinander anzufangen weiß.
Und ich verstand es nicht. Ich war vollkommen offen zu ihm, sagte das, was ich hier auch geschrieben hab. Wie kommt er auf so etwas? Hat er keine Lust mehr? Will er mich gar nie jeden Tag da haben? Findet er mich unattraktiv? Gar abstoßend? Hab ich ihm was getan? Will er mich einfach nur loshaben? Gebe ich ihm nicht das richtige? ....

Fragen, Fragen, Fragen... Unklarheit, Unsicherheit, Unverständnis tritt auf. Er meinte das mit dem wuschig sein und Ehepaar sei "Müll". Aber dennoch, wie kommt er auf einen solchen Gedanken? Es macht kein Sinn!

Ich assoziierte. Nur den ersten Teil, nur die Aussage: "ich mag dich während deinen Tagen lieber." Vergaß den "Müll". Vergaß fragen wie, mag er mich sonst nicht so? Konzentrierte mich auf diesen Satz.
Die INterpretation fällt wahrlich dennoch negativ aus...

Nur fünf Tage im Monat habe ich die Tage. Die sind dann zeitlich so geregelt, dass ich sie habe, wenn wir uns nicht sehn.


Naja, es machte mich traurig...

 
Das zweite, was mir prägend war, fällt mir nun nicht mehr ein. Vielleicht, will ich mich auch gar nicht daran erinnern. Ich weiß nur noch... danach heulte ich, wartete nur noch darauf, dass er doch auflegen möge...

"Ich liebe dich" antwortete ich ihm, einmal ohne nachzudenken. Ich denke immer darüber nach, WIE sich das wohl grad anhört, meine immer dass ich meine Stimme vielleicht verstell oder der Tonfall seltsam klingt... ich mache mir immer Gedanken. Und da sagte er, ausgerechnet an diesem Tag:

"Das klingt aber irgendwie komisch."

Ich traute mich gar nichts mehr zu sagen. Der Rest des Gespräches war reines Nachahmen von mir: "Du bist alles für mich" - " Du bist auch alles für mich", "Schlaf gut, träum süß" - "du auch."

 

Ich habe relativ schlecht geschlafen. Zuviele Gedanken. Über Zk. Aber vor allem über dieses Gespräch. Über unsere Beziehung. Und sehr viel über mich, meine Kindheit und meine Entwicklung... über dieses Nachahmen.

 
Liebe ich wirklich? Oder ahme ich Liebe nur nach?

Kann ich wirklich eine Beziehung führen? Bin ich reif genug dafür? Kann ich denn eine Freundschaft führen? Und ist eine Beziehung nicht noch viel mehr wie Freundschaft?

Was gibt es für Unterschiede? Zuneigung, Zärtlichkeit, Sex? Bin ich überhaupt reif für diese Zärtlichkeit? Fühle ich mich nicht oft unwohl?

Bin ich reif genug für Sex? Kann ich es genießen ohne mir davor, währenddessen oder danach Gedanken zu machen? Bin ich ehrlich und offen genug was Sex angeht? Oder will ich ihm nur alles machbare geben?

Kann ich Liebe in einer Beziehung annehmen? Fühle ich mich unwohl bei einem Liebesbeweis? Kann ich Liebe nur ertragen, wenn ich sie als Routine betrachtet habe?

Gebe ich diese Liebe zurück? Kann ich das? Ohne nachdenken? Ahme ich nur nach?

Gibt mir die Beziehung, das was ich brauche? Oder fühl ich mich auch allein? Ist es manchmal so, als ob ich keinen Freund hätte? Kann ich einfach nicht glücklich sein?


Es war unheimlich. Ganze Reden habe ich mir überlegt, wie ich ihm mitteile, dass ich einfach noch nicht im Stande bin eine Beziehung zu führen. Dass ich erst einmal Freundschaften in meinen Umkreis aufbauen müsse um zu lernen. Ich war schon immer falsch, früher, als kind, heute.

 

Das Gespräch dauerte lange. Die Nacht war kurz. Die Haare mussten morgens gewascht werden. In der Eile: Handy vergessen.

 
Noch vor der Pause schrieb ich eine Mail um es ihm mitzuteilen... oder auch nicht. Sie kam nicht an.

Ich kam heim. nach dem ich für bekki und coco luft gewesen war und für den großteil der klasse auch, ach eigentlich den ganzen. Und hatte rieeesen hunger.

Die Tür wurde mir nicht aufgemacht. Vater mit seinem Lieblingssohn warn daheim. Ich hatte keinen Schlüssel. Nach minutenlangem Klingeln, öffneten beide. Kein Essen ist fertig. Kein wie gehts. Kein Gruß. War ich überhaupt da? Oder unsichtbar?


Sie hatten noch kein Essen gemacht. Toll... naja egal, es gab eh was was ich nicht mag: Nudelschinkengratin. Trotzdem weiß er seit über 16 Jahren immer noch nicht, dass ich das nicht mag. Er kennt mich nicht. Kein Stück. Er interessiert sich nicht für mich. Kein Stück.

Irgendwann waren alle weg. Keiner sagte mir was. Wer redet auch mit luft?

 
Es klingelte und klingelte und klingelte.... eindeutig: meine Mutter! Ich öffnete, war ja nur ich da. Trug die Taschen vor der Tür hinein. Setzte mich an Pc, mails verschicken.

"HALLLOOO?! Jemand daa?"
- ja ich.
"Wer ist das?"

Schöne Begrüßung. Sie kannte michi nicht einmal. Dann frage sie wo die anderen seien und warum ich das nicht wisse und wenn die doch nicht da sind, wer hat dann die  tür geöffnet?

Redete sie mit sich selbst? Mit der Luft? Mit MIR?

"ICh hab dir tür aufgmacht."
"Und wer hat überhaupt die Taschen hineingetragen??"

naja, was will da die Luft schon groß antworten...

 

Bei den Mails geguckt, gemerkt, scheisse, e-mail wurde irgendwie nicht gesendet. Es war 3 uhr und ich hab ihm kein einziges mal geschrieben. Nicht einmal auf die sms von ihm geantwortet obwohl ich mein handy schon wieder hatte...
Ich schrieb eine mail, wie leid es mir tut...
Keine Antwort. Ich fuhr nach isny, meine mutter maulte dass ich nicht jede sekunde mit lernen verbbracht hatte...
Ich schrieb ihm eine mail wie leid es mir doch tat...
Keine Antwort.

Ich kaufte ein. Eins, zwei, drei, vier Packungen Fritt. Stopfte alle in mich hinein. Ja! Ich wollte mich schlecht fühlen. Ich wollte kotzen - sonst hatte ich ohnehin nichts gegessen.

Ich kam heim. "hallo, hinten rein" - das erste was ich an diesem tag mit meinem Vater sprach, wahrscheinlich wird es auch das einzige bleiben...
UNd meine Mutter maulte noch, was ich mache, wieso, weshalb - ich sollte einfach nur lernen. Den rest meines lebens im Zimmer sein, weg von ihnen, lernen und keine schande mit schulnoten über meine Familie bringen. Manchmal wünschte ich mir ich könnt sitzen bleiben... *seufz *

Ich versuchte es ihr zu erklären. Nach ein paar worten...

"Du bist ja launisch"

Sie wollte mich gar nicht anhören. Ich hatte einen Stempel aufgedrückt bekommen als "launischer faulpelz" und das genügte ihr. So war sie zufrieden und ließ mich.

 
Ich geh nun. Schau, ob ich kotzen kann, ohne dass es jemand mitbekommt...

So far, er hat sich noch gemeldet... ganz normal.
 



 

18.5.07 17:45
 


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